Erklärungen der wichtigsten Begriffe rund um Bauen - Renovieren - Sanieren

AV-Verhältnis:

Das Oberflächen-/Volums-Verhältnis (oder technisch als AV-Verhältnis bezeichnet) beschreibt einerseits die Fläche, über welche ein Gebäude (bei gleichem Raumvolumen oder bei gleicher Wohnfläche) Wärme an die Umgebung abgeben kann, andererseits aber auch die Angriffsfläche, die ein Gebäude Wind und Wetter bietet, um es auskühlen zu können.

Je größer das AV-Verhältnis, desto größer ist also die Wärmeabgabe- oder Angriffsfläche. Und das wirkt sich negativ auf den (Heiz-)Energieverbrauch
aus. Ein Ein- bzw. Zweifamilienwohnhaus kann aber niemals so kompakt
gebaut werden wie z.B. ein mehrgeschossiger Wohnbau, weshalb auch die Anforderungen an den Heizwärmebedarf für das Einfamilienhaus (AV-Verhältnis 0,7 bis 1,0) weit höher liegen als beim mehrgeschossigen
Gebäude (AV-Verhältnis 0,2 bis 0,5).

Rein von den physikalischen Gegebenheiten wäre diesbezüglich die Kugelform
am kompaktesten und somit idealsten. Sie kommt aber in der Praxis als Bauform so gut wie nicht vor. Danach kommen schon die heute häufig
verwendeten (energieoptimierten) Bauformen wie der Würfel oder der Quader. Erker bzw. Vor- und Rücksprünge wirken sich negativ auf das AV-Verhältnis aus, da die Wärmeabgabe- und Angriffsfläche stark vergrößert wird, die Wohnnutzfläche hingegen nur geringfügig. Beachten Sie, dass geometrische
Körper bei gleichem Volumen verschiedene Oberflächen haben und dadurch
ein unterschiedliches AV-Verhältnis aufweisen. Das typische
Einfamilienhaus mit 130 m2 hat ein Volumen von ca. 511 Kubikmetern.

 

Bestandsenergieausweis

Von einem Bestandsenergieausweis spricht man, wenn ein Energieausweis für bereits bestehende Gebäude erstellt wird. Diesen benötigt man für den Verkauf oder die Vermietung einer Immobilie, um über die Energieeffizienz des
Gebäudes informiert zu sein bzw. Verbesserungs- und Einsparpotenziale zu erkennen.

Brutto-Grundfläche

Wird auch als Bruttogeschoßfläche oder Bruttogrundrissfläche bezeichnet. Die Bruttogrundfläche ist die Summe aller Flächen inklusive der Wände (ohne Wände spricht man von „Nettogeschoßfläche").

Endenergiebedarf (EEB)

Energiemenge, die dem Heizsystem und allen anderen energietechnischen Systemen zugeführt werden muss, um den Heizwärmebedarf,
den Warmwasserwärmebedarf, den Kühlbedarf sowie die erforderlichen Komfortanforderungen an Belüftung und Beleuchtung
decken zu können.

Heizenergiebedarf (HEB)

Jener Teil des Endenergiebedarfs, der für die Heizungs- und Warmwasserversorgung aufzubringen ist.

Heiztechnikenergiebedarf (HTEB)

➢ Energiemenge, die bei der Wärmeerzeugung und -verteilung verloren geht.

➢ HTEB RH: Heiztechnikenergiebedarf für Raumheizung

Verluste des Heiztechniksystems für Raumheizung

➢ HTEB WW: Heiztechnikenergiebedarf für Warmwasser

Verluste des Heiztechniksystems für Warmwassererzeugung


Klimadaten

Die Klimadaten beschreiben die langjährigen Durchschnittswerte für Ihre Bauadresse.
Die Heiztage beschreiben die Anzahl der Tage, an denen in durchschnittlichen Häusern geheizt werden muss.
Die Heizgradtage beschreiben dazu noch, wie viel Temperaturunterschied an den Heiztagen zwischen außen und innen besteht.
Die Normaußentemperatur gibt die kälteste Durchschnittstemperatur im Jahr an (im langjährigen Durchschnitt).
Die Globalstrahlung ist jene Energie, die von der Sonne auf 1 m² ebene Fläche während einer Heizperiode geliefert wird.

Klimaregion

In der Realität wird das Haus einen anderen Energiebedarf haben als am Referenzstandort. Aus diesem Grund wird das Standortklima mittels der Klimaregionen berücksichtigt.

Kohlendioxid-Emissionen (CO2)

Jährliche CO2-Emissionen pro m² Brutto-Grundfläche (spezifisch) und je Zone (zonenbezogen) kgCO2/m²a bzw. kgCO2/a

Primärenergiebedarf (PEB)

Jährlicher Primärenergiebedarf pro m² Brutto-Grundfläche (spezifisch) und je Zone (zonenbezogen) kWh/m²a bzw. kWh/a

Sanierungsenergieausweis

Der Sanierungsenergieausweis enthält die im Sanierungsprojekt geplanten Maßnahmen und deren Auswirkung auf den Energieverbrauch

Spezifischer Heizwärmebedarf (HWB, Energiekennzahl)

Der spezifische Heizwärmebedarf gibt an, welche errechnete Energiemenge in einer Heizperiode (einem Jahr) dem Haus zugeführt werden muss, um die gewünschte Innenraumtemperatur zu erreichen. Der HWB wird in Kilowattstunden je m² pro Jahr (kWh/m²a) angegeben. Diese beiden Werte sind dem Energieausweis zu entnehmen. Der spezifische Heizwärmebedarf
(die eigentliche Energiekennzahl) ist der gebräuchlichste Vergleichswert, um die thermische Qualität der Gebäudehülle zu beschreiben.

Spezifischer Heizwärmebedarf HWB (standortbezogen)

Dieser Heizwärmebedarf beschreibt den zu erwartenden Energieverbrauch bei Ihrem Haus. Je nach Ihrem Benutzerverhalten (energiesparendes Verhalten) kann Ihr tatsächlicher Verbrauch auch abweichen.

U-Wert

Der U-Wert (früher „k-Wert") beschreibt bei einem Bauteil (z.B. Wand oder Fenster) den Wärmedurchgang je Quadratmeter und  Grad Temperaturunterschied zwischen innen und außen. Der U-Wert sollte also bei jedem Bauteil der thermischen Hülle möglichst niedrig sein.
Im Energieausweis ist deshalb auch der mittlere U-Wert der Gebäudehülle angegeben.
Für Interessierte: Angegeben wird der UWert in W/(m²K). Mit dem U-Wert wird also ausgedrückt, welche Leistung pro m² des Bauteils auf einer Seite benötigt wird, um eine Temperaturdifferenz von 1 Kelvin aufrecht zu erhalten (Anm.: Leistung ist Energie pro Zeiteinheit.
Deshalb auch: Welche Energiemenge pro Zeiteinheit durch den Bauteil fließt).

Warmwasserwärmebedarf (WWWB)

Energiebedarf für die Warmwasserbereitstellung

Zusätzliche Informationen